Am Gründonnerstag machte sich unsere weibliche B-Jugend auf den Weg nach Prag. Was im Sommer 2025 noch als Idee im Kopf ihres Trainers begann, wurde nun tatsächlich Realität. Mit dem Zug starteten 14 Mädels in ein großes Handball-Abenteuer. Am späten Nachmittag erreichte der Tross sein Quartier in Prag, wo bereits einige Eltern warteten, die mit dem Auto angereist waren. Den ersten Abend ließ das Team ganz entspannt bei einer Pizza ausklingen.

Der Freitag begann ruhig – das erstes Spiel startete erst am Nachmittag. Also stand erstmal ein bisschen Kultur auf dem Programm. Wenzelsplatz, Altstadt, Karlsbrücke - nachdem ein paar Erinnerungsfotos geschossen waren, gab es Zeit zum Shopping, bevor es endlich zur Halle ging.

Dort angekommen wartete der erste kleine Kulturschock: keine richtigen Kabinen, alles etwas improvisiert, kaum Platz zum Warmmachen - also wurde der Platz vor der Halle genutzt. Dann ging es los. Der erste Gegner vom HBC Izegem fand schnell ins Spiel, während unsere Mädels etwas Anlauf brauchten. Leider lief vieles nicht rund, während die Belgierinnen ihre Chancen konsequent nutzten. Am Ende ging das erste Spiel 13:18 verloren.
Das zweite Spiel ließ lange auf sich warten – erst um 19:45 Uhr war der Anwurf zum letzten Spiel des Tages gegen das finnische Team vom Grankulla IFK. Die BHC-Mädels kamen deutlich besser rein, kämpften und setzten sich zwischenzeitlich sogar ab. Doch viele fragwürdige Zeitstrafen und Siebenmeter im weiteren Verlauf brachten unsere Mannschaft aus dem Rhythmus. Die Enttäuschung und der Frust waren spürbar, und so ging auch dieses Spiel am Ende 17:13 verloren.
Danach hieß es erstmal: Wunden lecken. Mit dem Bus ging es noch rund 45 Minuten zurück ins Quartier – und ja, Prag ist wirklich riesig. Den Abend ließen wir gemeinsam mit den Eltern ruhig ausklingen und richteten den Blick nach vorne auf den Samstag.

Am Samstag ging es früh weiter. Um 09:00 Uhr stand das erste Spiel an. Die Eltern organisierten Fahrgemeinschaften, brachten die Mädels mit den Autos zur Halle, während der BHC-Tross mit Bus und Metro nachkam. Und dann der nächste Kulturschock: Gespielt wurde in einem aufgeblasenen Zelt, in dem normalerweise Tennis gespielt wird. Die Bedingungen alles andere als gewohnt, aber genau das macht diese Fahrten am Ende unvergesslich.
Drei Spiele verteilt über den ganzen Tag – also erstmal im „Zelt“ eine kleine Base schaffen. Dann ging es los gegen das Team von Rødovre HK aus Dänemark. Es wurde schnell klar: Das ist ein anderes Niveau - kaum Lücken, viel Bewegung im Rückraum und ein 7-gegen-6 – taktisch sehr spannend, aber auch effektiv. Trotz der klaren 4:16-Niederlage hatte unsere BHC-7 das Feld mit erhobenem Kopf verlassen.

Was folgte, waren knapp vier Stunden Pause - sehr lange und kräfteraubend. Jammern half aber nichts, das zweite Spiel erneut gegen ein dänisches Team stand an. Der Gegner war machbar, das Trainerteam voll auf Sieg eingestellt. Doch etwas war anders - Unruhe und Diskussionen auf der Platte – vielleicht die Summe aus Müdigkeit, Druck und Warten. Die Gegnerinnen nutzten das eiskalt aus und gewannen am Ende mit 12:8 das Spiel. Was folgte war eine Aussprache, die Botschaft klar: Es ging nur gemeinsam als Team! Es stand das letzte Spiel an und ehrlich betrachtet: 3 Spiele an einem Tag mit An- und Abreise sind extrem belastend für Körper und Geist. Der Gegner aus Tschechien ungeschlagen – unsere wJB ohne Sieg - die Ausgangslage nicht optimal. Doch die Mädels standen zusammen und kämpften für einander. Die ersten zehn Minuten waren offen und intensiv. Und auch wenn die Mädels vom TJ Sokol Písek anschließend ihre Qualität ausspielten und das Spiel deutlich mit 8:27 gewannen, machte der Aufritt Mut und zeigte Charakter und Teamgeist.
Im Anschluss ging das Barleber Team gemeinsam essen - ein tolles Restaurant, entspannte Stimmung, Burger & Pommes – einfach runterkommen, lachen und genießen.

Punkt 00:00Uhr gab es noch ein kleines Highlight. Unsere Maddy hatte Geburtstag und alle standen zusammen und sangen „Happy Birthday“. Einfach toll, dass die Mädels trotz des etwas enttäuschenden Tages ihre Fröhlichkeit und ihren Teamgeist nicht verloren haben. Ein anstrengender, aber sehr wertvoller zweiter Tag ging zu Ende und alle waren gespannt auf die bevorstehende KO-Phase. 

Nach der Vorrunde und einem 6. Platz in der Gruppe ging es für unsere wJB an Tag 3 weiter in Turnierfeld B – ab jetzt galt das Prinzip: Siegen oder fliegen in K.O.Spielen. Im 32tel-Finale ging es gegen die SG MoGoNo Leipzig - quasi ein deutsches Derby. Jetzt hieß es alles oder nichts.
Und genau so traten die Mädels auch auf: Stark in den Zweikämpfen, kompakt in der Abwehr und sehr spielfreudig – sie drückten dem Spiel ihren Stempel auf und zogen mit 18:12 in die nächste Runde ein - Was für ein Statement. Die Freude war riesig – doch lange Zeit zum Durchatmen blieb nicht. Der nächste Gegner wartete bereits - Hokksund Idrettslag aus Norwegen. Unsere Mädels war hier klarer Außenseiter - konnten die Mädels aus dem Norden Europas schon 2 Spiele in der Gruppe gewinnen. Doch Angst war keine zu spüren - im Gegenteil, unsere BHC-Mädels strotzten vor Mut und Motivation. Bis zur Hälfte des Spiels spielten die Norwegerinnen ihre Überlegenheit aus, dann passierte das, was diese Mannschaft auszeichnet: Die Abwehr stand plötzlich wie eine Wand. Tor um Tor kämpfte sich die BHC-7 heran. Aus einem -4 wurde eine 4-Tore-Führung. Die Crunchtime brach an und plötzlich wurde es noch einmal eng. Bis auf ein 13:14 kamen die Norwegerinnen heran, noch 10 Sek., doch das Team kämpfte und rettete den Sieg über die Zeit - Schluss, Aus, Vorbei. Was danach passierte, waren pure Emotion, Tränen und Jubel. Die Mädels lagen sich in den Armen - ACHTELFINALE!

Nach einer kurzen Pause wartete ein Gegner, der alles veränderte. Das Spiel gegen das schwedische Team vom Skövde HF ist schnell erzählt: Hier ging es nicht mehr nur um Handball - viele schmutzige Aktionen unter der Gürtellinie, die alle samt nicht geahndet wurden. In der Halbzeit zogen die Trainer nach Rücksprache mit dem Team die Notbremse - Spielabbruch. Damit endete das Turnier in Prag für unsere weibliche B-Jugend etwas unschön. Doch alle Beteiligten waren sich einig, dass es die einzig richtige Entscheidung war zum Selbstschutz.

Vor der Heimreise am Montag ging es für das Team nochmal in die City - Shopping und ein letztes leckeres Essen genießen. Eine tolle Reise mit vielen Eindrücken, die allen noch lange in Erinnerung bleiben wird. Danke an ALLE, die diese Reise möglich gemacht haben! BHC - da erlebst DU was!